Emmerich Kiss - ein großer Sportler wird 80 Jahre!

"Ich bin im Laufe der Jahre mehr als 100000 Kilometer gefahren oder geflogen, das hätte ich alleine gar nicht stemmen können", sagt Kiss. Der in diesem Jahr nicht nur den runden Geburtstag, sondern einen weiteren runden Jahrestag feiern kann: Vor 30 Jahren, 1990, kam der Mann, der in einem kleinen Dorf in Ungarn geboren ist, nach Baumholder. Als Platzwart fing er beim VfR an, erinnert er sich. Und das, obwohl er in Rumänien bereits Erfolge gefeiert hatte. Unter anderem startete der Hammerwerfer dort für Steaua Bukarest, wie er erzählt. Denn schon früh zog es ihn zur Leichtathletik hin. "Ich machte alles: Dreisprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Hammerwurf." Doch irgendwann kristallisierte sich sein besonderes Talent mit dem Hammer heraus.
Als er Anfang der 1990er-Jahre von einem Werfertag in Oberbrombach hörte, entschied er, mal vorbeizufahren. Aber die Disziplin Hammerwerfen stand nicht auf dem Programm. Also beschloss er spontan, die Fünf-Kilo-Kugel zu nehmen. "Ich habe alle geschlagen", freut er sich noch heute. Und das war der Startschuss für seine Karriere in Deutschland. Schon eine Woche später trat er in Bad Kreuznach an. Und einen Monat später bei der Rheinland-Meisterschaft in Trier. Auch dort siegte er. "Das war mein erster Titel in Deutschland", sagt Kiss. Es folgten viele weitere. Der größte Erfolg war wohl vor etwa zwei Jahren der Sieg bei der Deutschen Meisterschaft in seiner Altersklasse. "Damals durfte ich mich ins Goldene Buch der Stadt eintragen, das war sehr bewegend für mich." Genau wie der Vize-Europameister-Titel in Belgien. Kiss war außerdem 13 Mal Rheinland-Meister im Hammerwerfen. Seine Rheinland-Rekorde in den Altersklassen M70, M75 und M80 seien nach wie vor gültig, freut er sich. Dreimal nahm er an Weltmeisterschaften teil, die beste Platzierung: Vierter.
Mit 80 will der gelernte Dreher nun etwas kürzer treten. Aber auf keinen Fall aufhören. "Meine Frau sagt, Fahrten nach Düsseldorf oder Budapest oder Erfurt sollte ich nun sein lassen", sagt er. Aber an Wettkämpfen in Bad Kreuznach, Idar-Oberstein oder Trier will er weiter teilnehmen. Dafür trainiert er regelmäßig in Ruschberg. Mit dabei ist meistens seine Frau, mit der er am 4. November auch etwas ganz Privates zu feiern hat: Dann nämlich sind die Beiden 59 Jahre verheiratet.

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